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GANZ NEU 2018: Oberpfalz – Barock, Basalt und tausend Gumpen

Steinwald und Stiftland – ein kostbarer Naturraum. Die Weiherlandschaft zwischen der Stadt Tirschenreuth, dem Weiler Gumpen und der Marktgemeinde Falkenberg ist so ungewöhnlich wie besonders, weil sich die junge Waldnaab quasi direkt nebenan durch die Aue schlängelt. Flächigkeit und Weite der teilweise verwilderten Fischteiche stehen so im Dialog mit dem kleinräumigen Mäandern des Flüsschens. Wir werden der Waldnaab, dem wohl schönsten Fluss der nördlichen Oberpfalz, an einem weiteren Tag folgen — dort, wo sich das Wasser in einem tiefen Tal seinen Weg durch den Granit bahnt.  Und schließlich werden wir am Grenzkamm zu Böhmen unterwegs sein.
   Die Reise dehnt sich auf sechs Übernachtungen aus, um wenigstens einen Teil an Höhepunkten der Kultur und Natur in der nördlichen Oberpfalz anbieten zu können — als da weiterhin sind: Die Dreifaltigkeitskirche Kappel (Kappl) bei Waldsassen, die Graniterhebung des Steinwalds und, etwas weiter westlich, die anmutig gegliederte Basaltkuppenlandschaft bei Kemnath, in der nicht nur der nie ausgebrochene Vulkan »Rauhe Kulm« die Blicke fängt. Das Kloster Waldsassen genießt mit seiner Bibliothek Weltruf. Wir wollen bei dieser neuen Oberpfalz-Reise Höhepunkte der Akanthus-Kirchenkunst besichtigen, meist sind es kleine Kirchen mit berührender Aura.
   Es ist eine Reise, die Kunst und Natur auf besondere Weise vereint.
Bemerkung zum Akanthus-Altar: Wie eine Pflanze den Kulturinhalt einer Reise beeinflusst

Die Akanthuspflanze ist nicht nur Italienreisenden als üppig wachsende Staude oder als Ziermotiv in Kirchen vertraut. Bereits im 4. Jh. vor Chr. schmückten Akanthusformen griechische Kapitelle, später Bauwerke in vielen Ländern Europas. Auch während des Mittelalters fand das Akanthusmotiv Verwendung, besonders im Barock aber spielte dieses vegetabile Ornament in der profanen und in der sakralen Kunst eine bedeutsame Rolle. Im späten 17. Jahrhundert entstanden – vielleicht angeregt durch italienische Künstler – im Dreiländereck von Bayern, Böhmen und Österreich Altarformen, die ohne den klassischen Säulenaufbau auskamen, dafür in Form einer Akanthusranke einen vollständig neuen Altartyp bildeten.
   Bayern und Böhmen haben sich im Lauf der Jahrhunderte vielfach beeinflusst und es ist zunächst der Bildhauer Johann Carl Stilp, der sowohl in Böhmen und später in der Oberpfalz Akanthusaltäre schnitzte. Viele weitere »Rankenaltäre« von Künstlern in der Oberpfalz folgten, stellvertretend seien die Namen Johann Michael Doser oder Sigmund Windisch genannt.


Treffpunkt
Samstag, 01.09., Bahnhof Windischeschenbach oder im Gasthof "Zum weißen Schwan", Ankunft bis 15 Uhr. Eine frühere Ankunft und der Bezug mit Bezug der Zimmer ist selbstverständlich möglich. 15:30 Uhr Beginn der Studienreise mit einer Fahrt nach Reuth und Thumsenreuth zur Besichtigung der dortigen Akanthus-Kirchen, Abendessen.
WICHTIG: Wenn Sie schon am Freitag oder früher anreisen und in der Oberpfalz übernachten wollen, geben wir Ihnen gerne Tipps. Die Reise endet auch wieder in Windischeschenbach.


Übernachtungen
Die ersten drei Übernachtungen in Windischeschenbach im 3-Sterne-Gasthof ›Zum Weißen Schwan‹, einem angenehmen, traditionellen und gutbürgerlichen Haus mit eigener Metzgerei. Weil der Schwan idyllisch in einer Sackgasse mitten in der Altstadt liegt, ist es dort überraschend ruhig. Drei weitere Nächte verbringen wir im Gästehaus des Zisterzienserinnen-Klosters Waldsassen, direkt neben der Basilika. Den Zimmern ist Komfort und (schlichte) Noblesse eigen, die Architektur ist modern und geschmackvoll.


Essen und Trinken
Wir bereiten gerade ein lukullisches Programm vor, welches die Tradition von Erde und Wind, stets gute und besondere Adressen zu suchen, fortschreibt. Zum Stichwort »Zoigl« oder »Zoigl-Bier«, dem gastronomischen und sozialen Phänomen in der nördlichen Oberpfalz: In zyklischer Folge öffnen Hausbrauereien ihre privaten Räume für die Gästebewirtung. Wir finden Zeit und Gelegenheit, in der einen oder anderen »Zoigl-Wirtschaft« einzukehren und diesen nicht zu unterschätzenden Kulturaspekt der nördlichen Oberpfalz kennen zu lernen.


Kunst und Kultur, Natur
Kunst spielt bei Erde und Wind-Reisen immer eine Rolle — auch 2018 wird sie die Inhalte einer Reise spezifisch färben. Das vor über zehn Jahren gestartete Projekt »Reisen in die Oberpfalz« führt nach variationsreichen Angeboten im Süden und Westen nun endlich in den Norden der Region und offeriert auch hier Bedeutsames.
Die Oberpfalz konnte viele faszinierend schöne Akanthusaltäre aus der Barockzeit bewahren, besitzt damit ein Alleinstellungsmerkmal und die Aura dieser Kirchen sollte eigentlich weithin wirken. Sollte. Aber wie es so ist mit peripheren Orten und wenig klangvollen Namen, Akanthusaltäre blieben eine Art gut gehütetes Geheimnis. Dabei sind sowohl die Lage der Kirchen als auch ihr Raumerlebnis meist unvergleichlich. Wir werden am Sonntag, Montag und Dienstag eine Auswahl an wichtigen Akanthus-Kirchen der Nordoberpfalz besuchen.
Weitere kulturelle Höhepunkte sind u. a. die Kirche Kappel, das ehrwürdige Kloster Waldsassen mit seiner Bibiothek und der Basilika.
An allen Tagen geben wir uns den Naturerlebnis hin: Die »Weiher und Gumpen« nahe Tirschenreuth und das Waldnaabtal — zwei bemerkenswerte Wasserareale und, ebenso wie der Steinwald und die Basaltkuppen westlich des Steinwalds, ergiebige Wanderräume. Es sind fast unbekannte Landschaften von herausragender Schönheit. Schließlich lockt das Grenzgebiet zu Böhmen mit einer Kammwanderung.


Zur Bildergalerie: http://www.erdeundwind.de/fotogalerie/


Reiseleitung
- Herbert Grabe, für den diese Reise etwas ganz besonderes ist: Als gebürtiger Oberpfälzer liegt es ihm am Herzen, seine Heimatregion nur auf die vorteilhafteste Weise vorzustellen. Auch deswegen hat er vor allem Ziele gewählt, die in Reiseführern nicht obligat als solche (oder in anderem touristischen Kontext beschrieben) werden oder die in ihrer Zusammenstellung ein eigenwilliges Bild abgeben: Ein persönliches Portrait einer bemerkenswerten mitteleuropäischen Landschaft.
- Der Kunsthistoriker Daniel Rimsl aus Regensburg führt an den ersten drei Tagen durch das Programm mit den Akanthus-Kirchen.


Wenn Sie möchten, könnnen Sie hier den Katalog für 2018 bestellen oder sich für die Reisen 2018 vormerken lassen. Klicken Sie: http://www.erdeundwind.de/kontaktformular.html


Referenzen

Reisepreise und Leistungen

TERMIN, REISEPREIS UND LEISTUNGEN

Reisetermine:
- Samstag, 01. bis Freitag, 7. September 2018

Reisepreis:
Das Detailprogramm mit Reisepreis und weiteren organisatorischen Informationen wird bis Ende November 2017 veröffentlicht. Voraussichtlicher Reisepreis: 880 Euro, Einzelzimmerzuschlag 135 Euro. Der Reisepreis gilt ab/bis Windischeschenbach.

Im Reisepreis enthalten:
• 6 Übernachtungen (3 Nächte in Windischeschenbach und 3 Nächte in Waldsassen), jeweils mit reichhaltigem Frühstück,
• 6 (Abend-)menüs,
• alle Bustransfers, Eintrittsgelder, Führungen und Lesungen im Rahmen des Programms, Reisepreissicherungsschein, Steuern.

Reisedauer:
7 Reisetage mit 6 Übernachtungen

Leitung:
- Der Kunsthistoriker Daniel Rimsl aus Regensburg führt an den ersten drei Tagen durch das Programm mit den Akanthus-Kirchen.
- Herbert Grabe (Erde und Wind) gestaltet die weiteren Programmteile und hat die Gesamtreiseleitung inne.

Hier können Sie sich direkt anmelden (klick)

Zum Nachlesen: PROGRAMM Oberpfalz 2017. Das Programm zur Reise 2018 folgt in Kürze.
Ein Bild, zwei Empfehlungen: Ein Hörbuch-Tipp und der Link zu einem Hörbuchverlag: Der Regensburger LOHRbär Verlag publiziert Hervorragendes.
Ein Interview mit Herbert Grabe über die Oberpfalz-Reise "Ich bin August, du bist so Mai" im Magazin Bayerischer Jura von Katrin Hradetzky.
Hier eine obligate Literatur zur Oberpfalz:
SO WOS SCHÜINS MOU MA SOUCHA von EUGEN OKER. Gedichte im Oberpfälzer Dialekt. Mit einem Nachwort von Carl Amery. Für Herbert Grabe ist es ein Oberpfälzer Sprachelixier; Peter Rühmkorf nennt es "Heimatkunst".
Zweite Auflage mit CD | Format 17 x 24 cm | 96 Seiten | ISBN 978-3-936721-07-2 | 25,00 EURO