• Blick aus der Synagoge Floß

  • Wiesau — Waldnaabzufluss

2021: Oberpfalz – Barock, Basalt und tausend Gumpen

Basaltkuppen, Steinwald und Stiftland – ein kostbarer Naturraum. Die Weiherlandschaft zwischen der Stadt Tirschenreuth, dem Weiler Gumpen und der Marktgemeinde Falkenberg ist so ungewöhnlich wie besonders, weil sich die junge Waldnaab quasi direkt nebenan durch die Aue schlängelt. Flächigkeit und Weite der teilweise verwilderten Fischteiche stehen so im Dialog mit dem kleinräumigen Mäandern des Flüsschens. Wir werden der Waldnaab, dem wohl schönsten Fluss der nördlichen Oberpfalz, an einem weiteren Tag folgen — dort, wo sich das Wasser in einem tiefen Tal seinen Weg durch den Granit bahnt.  Und schließlich werden wir am Grenzkamm zu Böhmen unterwegs sein.
   Die Reise dehnt sich auf sechs Übernachtungen aus, um wenigstens einen Teil an Höhepunkten der Kultur und Natur in der nördlichen Oberpfalz anbieten zu können — als da weiterhin sind: Die Dreifaltigkeitskirche Kappel (Kappl) bei Waldsassen, die Graniterhebung des Steinwalds und, etwas weiter westlich, die anmutig gegliederte Basaltkuppenlandschaft bei Kemnath, in der nicht nur der nie ausgebrochene Vulkan »Rauhe Kulm« die Blicke fängt. Das Kloster Waldsassen genießt mit seiner Bibliothek Weltruf. Bei dieser neuen Oberpfalz-Reise stehen die Höhepunkte der Akanthus-Kirchenkunst auf dem Programm, meist sind es kleine Kirchen mit berührender Aura.
   Es ist eine Reise, die Kunst und Natur auf besondere Weise vereint und seit ihrer Uraufführung im September 2018 hohes Lob von den TeilnehmerInnen erfuhr.

Bemerkung zum Akanthus-Altar: Wie eine Pflanze den Kulturinhalt einer Reise beeinflusst

Die Akanthuspflanze ist nicht nur Italienreisenden als üppig wachsende Staude oder als Ziermotiv in Kirchen vertraut. Bereits im 4. Jh. vor Chr. schmückten Akanthusformen griechische Kapitelle, später Bauwerke in vielen Ländern Europas. Auch während des Mittelalters fand das Akanthusmotiv Verwendung, besonders im Barock aber spielte dieses vegetabile Ornament in der profanen und in der sakralen Kunst eine bedeutsame Rolle. Im späten 17. Jahrhundert entstanden – vielleicht angeregt durch italienische Künstler – im Dreiländereck von Bayern, Böhmen und Österreich Altarformen, die ohne den klassischen Säulenaufbau auskamen, dafür in Form einer Akanthusranke einen vollständig neuen Altartyp bildeten.
   Bayern und Böhmen haben sich im Lauf der Jahrhunderte vielfach beeinflusst und es ist zunächst der Bildhauer Johann Carl Stilp, der sowohl in Böhmen und später in der Oberpfalz Akanthusaltäre schnitzte und die Stiftsbibliothek in Waldsassen schuf. Viele weitere »Rankenaltäre« von Künstlern in der Oberpfalz folgten, stellvertretend seien die Namen Johann Michael Doser oder Sigmund Windisch genannt.


Reisebeginn
Die Reise beginnt und endet in Windischeschenbach. Bitte seien Sie bis 14:00 Uhr im Begegnungshaus Johannisthal. Eine frühere Ankunft ist selbstverständlich möglich, der Bezug der Zimmer ist ab etwa 14:00 Uhr gegeben. Wenn Sie mit dem Zug anreisen, holen wir Sie am Bahnhof ab (der Taxitransfer ist inbegriffen). Um 15:30 Uhr beginnt die Studienreise mit der Busfahrt nach Reuth und Thumsenreuth zur Besichtigung der dortigen Akanthus-Kirchen und einer Einführung in die Reiseinhalte, danach essen wir bei Walderbach zu Abend.
Wenn Sie schon früher anreisen und in der Oberpfalz übernachten wollen, geben wir Ihnen gerne Empfehlungen und Tipps.


Übernachtungen
Haus Johannisthal bei Windischeschenbach. Es ist ein modern renoviertes Tagungshaus mit zeitgenössischer ansprechender Architektur und liegt idyllisch direkt an der Waldnaab (und damit auch am Ausgangspunkt einer Wanderung). Das bauliche Ensemble, welches einst als Glasschleife errichtet wurde, wirkt wie ein kleines Dorf mit einem Dorfplatz. Informationen zum architektonischen Konzept finden Sie hier (klick).


Essen und Trinken
Das lukullische Programm schreibt die Tradition von Erde und Wind, nach besonderen Adressen Ausschau zu halten und solche zu finden, fort. Beispielsweise essen wir in zwei Gasthöfen, die von Teichwirten geführt werden und die für ihre gute Küche bekannt sind. Das Museumscafé in Flossenbürg glänzt mit seiner Gastronomie und ist zudem ein vorbildlicher Ort der sozialen Zusammenarbeit. Die weiteren Adressen sind traditionelle Häuser mit bodenständiger bis ambitionierter Küche.


Kunst und Kultur, Natur (zusammengefasst):
Kunst spielt bei Erde und Wind-Reisen immer eine Rolle — auch und gerade in der Oberpfalz wird sie die Inhalte einer Reise spezifisch färben. Das 2017 gestartete Projekt »Reisen und Genießen in der Oberpfalz« führt nach zwei variationsreichen Themenreisen mit jeweils fünf Wanderstudienreisen im Süden und Westen nun in den Norden der Region und offeriert auch hier Bedeutsames:
- Die Oberpfalz konnte viele faszinierend schöne Akanthusaltäre aus der Barockzeit bewahren, besitzt damit ein Alleinstellungsmerkmal und die Aura dieser Kirchen sollte eigentlich weithin wirken. Sollte. Aber wie es so ist mit peripheren Orten und wenig klangvollen Namen, Akanthusaltäre blieben eine Art gut gehütetes Geheimnis. Dabei sind sowohl die Lage der Kirchen als auch ihr Raumerlebnis meist unvergleichlich. Wir werden am Sonntag, Montag und Dienstag eine Auswahl an wichtigen Akanthus-Kirchen der Nordoberpfalz besuchen.
Weitere kulturelle Höhepunkte sind u. a. die Kirche Kappel, das ehrwürdige Kloster Waldsassen mit seiner Bibiothek und der Basilika.
- An allen Tagen geben wir uns den Naturerlebnis hin: Die »Weiher und Gumpen« nahe Tirschenreuth und das Waldnaabtal — zwei bemerkenswerte Wasserareale und, ebenso wie der Steinwald und die Basaltkuppen westlich des Steinwalds, ergiebige Wanderräume. Es sind fast unbekannte Landschaften von herausragender Schönheit. Schließlich lockt das Grenzgebiet zu Böhmen mit einer Kammwanderung.

Zu den Oberpfalz-Reisen von Erde und Wind
Mit dem Süden, dem Westen und dem Norden und den damit verbundenen Themen
»Drei Flüsse, vier Landschaften, fünf Gasthäuser« (2007 bis 2012),
»Ich bin August, du bist so Mai« (2015 bis 2017),
»Barock, Basalt und tausend Gumpen« (2018, 2019 und jetzt 2020) ist der erste Oberpfalz-Zyklus in sich geschlossen. Es werden keine neuen geografischen Schwerpunkte (z. B. der Osten) mehr entwickelt.
Doch wird es weitere und neue Oberpfalz-Reisethemen geben. Die »Jüdische Kultur in der Oberpfalz« oder »Klöster der Oberpfalz« (als Beispiele) warten auf ihre Umsetzung ...


Zur Bildergalerie: http://www.erdeundwind.de/fotogalerie/


Reiseleitung
- Herbert Grabe, für den diese Reise etwas ganz besonderes ist: Als gebürtiger Oberpfälzer liegt es ihm am Herzen, seine Heimatregion nur auf die vorteilhafteste Weise vorzustellen. Auch deswegen hat er vor allem Ziele gewählt, die in Reiseführern nicht obligat als solche (oder in anderem touristischen Kontext beschrieben) werden oder die in ihrer Zusammenstellung ein eigenwilliges Bild abgeben: Ein persönliches Portrait einer bemerkenswerten mitteleuropäischen Landschaft.


Wenn Sie möchten, könnnen Sie hier den Katalog für 2020 bestellen oder sich für die Reisen 2020/21 vormerken lassen. Klicken Sie: http://www.erdeundwind.de/kontaktformular.html


Referenzen

Reisepreise und Leistungen

TERMIN, REISEPREIS UND LEISTUNGEN

Reisetermin:
Sonntag, 22. bis Samstag, 28. August 2021

Reisepreis:
Reisepreis: 895 Euro bei Unterbringung im Doppelzimmer, Einzelzimmeraufpreis: 150 Euro. Der Reisepreis gilt ab/bis Windischeschenbach.

Im Reisepreis enthalten:
• 6 Übernachtungen (6 Nächte in Windischeschenbach), jeweils mit reichhaltigem Frühstück,
• 4 Abendmenüs, 2 späte Mittagsmenüs,
• alle Bustransfers, Eintrittsgelder, Führungen und Lesungen im Rahmen des Programms, Reisepreissicherungsschein, Steuern.
• Transfer vom Bahnhof Windischeschenbach nach Johannisthal bei der Anreise, Buchtransfer zurück bei der Rückreise.

Reisedauer:
7 Reisetage mit 6 Übernachtungen

Leitung:
Herbert Grabe, Gründer und Inhaber von Erde und Wind.

Buchung
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Zum Herunterladen: DETAIL-PROGRAMM Oberpfalz 2021 (Auszug aus dem Katalog 2021).
Ein Bild, zwei Empfehlungen: Ein Hörbuch-Tipp und der Link zu einem Hörbuchverlag: Der Regensburger LOHRbär Verlag publiziert Hervorragendes.
Ein Interview mit Herbert Grabe über die Oberpfalz-Reise "Ich bin August, du bist so Mai" im Magazin Bayerischer Jura von Katrin Hradetzky.
Hier eine obligate Literatur zur Oberpfalz:
SO WOS SCHÜINS MOU MA SOUCHA von EUGEN OKER. Gedichte im Oberpfälzer Dialekt. Mit einem Nachwort von Carl Amery. Für Herbert Grabe ist es ein Oberpfälzer Sprachelixier; Peter Rühmkorf nennt es "Heimatkunst".
Zweite Auflage mit CD | Format 17 x 24 cm | 96 Seiten | ISBN 978-3-936721-07-2 | 25,00 EURO