Amore abruzzese
Text als PDF-Download Schläfrig und noch durch das Halbdunkel der frühen Morgenstunde getrennt, versammelten sich am 20.05. um 5 Uhr die Lübecker Teilnehmer der Wanderstudienreise Abruzzen am Bahnhof und präzise ging es nach Fuhlsbüttel und von dort nach Rom-Fiumicino. Dort erwartete uns unser Wanderführer Herbert Grabe mit dem Rest der Reisegruppe, die mit dem Zug angereist war, zum Weiterfahrt nach L'Aquila und stimmte uns mit dem ersten Rundgang durch die Stadt, mit einem ersten Expresso, mit der Besichtigung der 99 Brunnen und der Kirche S. Maria die Collemaggio für die nächsten 12 Tage ein. Die Führung durch Herbert Grabe erwies sich als Glücksfall! Er war nicht nur ein routinierter Wanderführer. Mit seiner Begeisterung für diese Landschaft, für Flora, Fauna und Geschichte steckte er uns immer wieder an. Die drei Standorte Ovindoli, Pescasseroli und Caramanico Terme waren in den verschiedenen National- und Regionalparks gut gewählt und ermöglichten herrliche Wanderungen durch frühsommerliche Bergregionen mit noch frischem Buchenwald, durch Schluchten und über Wiesenhänge mit wilden Narzissen, Tulpen, Orchideen und üppig blühendem Ginster. Entlang kahler Bergkämme ging es, mit berauschend schönen Ausblicken zum Grand Sasso-Gebiet, dem Monte Sirente und der Maiella-Gruppe. Und in den Wanderpausen zum Nachdenken ein Text von Ignazio Silone oder Ovid! Angesichts des Monte Amaro an der 'Tavola dei Briganti' ein Stegreif-Vortrag über Ovid von Hartmutt Fuchs - das hatte schon etwas! Oder die Besichtigung von S. Giusta Bazzano, S. Clemente a Casaurea und S. Liberatore a Maiella als Zeugnisse tausendjähriger christlicher Baukunst in den Abruzzen... Erschöpft aber auch erfüllt von dem Erlebten ging die Wanderreise mit einer üppigen Mahlzeit, reichlich Wein und vielen Reden ind der "Azienda Agrituristica A Tholos" in der Nähe von Roccamorice zu Ende. Noch einmal wurde der letzte Muskelkater im Schwimmbecken unseres Hotels in Caramanico Terme "weggebadet", und dann brachte uns anderntags der Bus wieder nach Fiumicino. Alle waren sich einig: Es war eine schöne Reise! Arrivederci Abruzzi! Dr. Ludwig Hesse, Reise in das wilde Herz Italiens 2000
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